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    20. Juli 2026 1 Min. Lesezeit

    Mit KI bau ich mir die Website doch selbst? Ein ehrlicher Realitätscheck

    KI macht den Website-Einstieg leicht. Warum Selbermachen bei Hosting, Recht und Wartung trotzdem oft teurer wird als der Profi.

    "Danke für das Angebot, aber ich glaube, das mache ich mir mit KI einfach selbst." Diesen Satz hören wir in letzter Zeit immer öfter. Und wisst ihr was? Wir verstehen ihn. Die neuen KI-Website-Baukästen sind beeindruckend. Man tippt ein paar Sätze ein, ein paar Sekunden später steht eine komplette Seite da, mit Texten, Bildern und Farben, die zusammenpassen. Das fühlt sich an wie Zauberei, und ehrlich gesagt ist es das in gewisser Weise auch.

    Wir sind bei Herr Paul keine KI-Skeptiker, im Gegenteil. Wir arbeiten selbst täglich mit diesen Werkzeugen, sie machen vieles schneller und besser. Genau deshalb möchten wir bei diesem Thema fair bleiben und nicht in reflexhaftes "früher war alles besser" verfallen. Aber wir möchten auch ehrlich sein: Zwischen "eine Seite generieren" und "eine Website betreiben, die dein Geschäft trägt" liegt eine Distanz, die viele erst merken, wenn sie mittendrin stecken. Und diese Distanz kann am Ende richtig Geld kosten. Genau darum geht es hier.

    Der Baukasten baut die Fassade, nicht das Haus

    Fangen wir mit dem an, was KI-Baukästen wirklich gut können: einen ersten Entwurf. Layout, Struktur, ein paar Platzhaltertexte, eine stimmige Optik. Das ist ein echter Fortschritt, und für ein schnelles Wochenendprojekt oder eine simple Visitenkarten-Seite kann das völlig ausreichen.

    Das Problem beginnt dort, wo die schöne Fassade auf die Realität eines laufenden Betriebs trifft. Eine Website ist nämlich kein Bild, das man einmal aufhängt. Sie ist ein kleines technisches System, das rund um die Uhr online ist, angegriffen wird, rechtlichen Regeln unterliegt und regelmäßig gepflegt werden will. Der Entwurf ist der leichte Teil. Der Betrieb ist der eigentliche Job.

    Schauen wir uns die einzelnen Bereiche an, die im "das mach ich selbst" oft untergehen.

    Hosting und Domain: unsichtbar, aber entscheidend

    Eine Website muss irgendwo wohnen. Dieses Zuhause heißt Hosting, und die Qualität dieses Hostings entscheidet darüber, wie schnell deine Seite lädt, ob sie auch am Freitagabend erreichbar ist und ob deine Daten regelmäßig gesichert werden.

    Die reinen Kosten sind dabei überschaubar und sollen hier gar nicht das Argument sein. Solides Webhosting für ein kleines Unternehmen liegt in Österreich grob bei 60 bis 360 Euro im Jahr, eine .at-Domain kostet bei der Vergabestelle nic.at 68 Euro netto im ersten Jahr und danach 34 Euro pro Jahr, über einen Hoster oft deutlich weniger, und ein SSL-Zertifikat für die sichere HTTPS-Verbindung gibt es dank Let's Encrypt heute meist gratis dazu (onedaysite.at, xweb.at).

    Der Haken liegt woanders: bei der Auswahl und Konfiguration. Welches Hosting passt zu meiner Seite? Wo stehen die Server, und ist das aus Datenschutzsicht in Ordnung? Wie richte ich automatische Backups ein, und weiß ich im Ernstfall überhaupt, wie ich sie zurückspiele? Ein KI-Baukasten nimmt einem diese Fragen scheinbar ab, indem er alles bündelt. Der Preis dafür ist Abhängigkeit, aber dazu später mehr. Wer wirklich selbst hostet, steht plötzlich vor Entscheidungen, für die man Erfahrung braucht, damit die Seite performant und verfügbar bleibt.

    Cybersecurity: 13.000 gehackte Seiten. Pro Tag.

    Hier wird es ernst, und hier unterschätzen die meisten die Lage massiv. Eine Website ist ein permanentes Ziel. Automatisierte Angriffe klopfen ununterbrochen an, völlig egal, ob dahinter ein Weltkonzern oder der Friseursalon ums Eck steckt.

    Die Zahlen sind deutlich. Rund 13.000 WordPress-Seiten werden pro Tag gehackt, und die Zeitspanne von der Bekanntgabe einer Sicherheitslücke bis zur massenhaften Ausnutzung liegt im Median bei nur fünf Stunden (Colorlib). Der mit Abstand größte Risikofaktor sind veraltete Erweiterungen: Schätzungen zufolge gehen 52 Prozent der ausgenutzten Lücken auf Plugins zurück, die nie auf eine sichere Version aktualisiert wurden (Hide My WP Ghost).

    Und ein gehackter Auftritt ist kein kleiner Schreck, den man kurz wegklickt. Für ein kleines Unternehmen summieren sich die Gesamtkosten aus Schadsoftware-Entfernung, Notfall-Entwicklerstunden, Ausfallzeit, entgangenem Umsatz und der monatelangen Arbeit, um von Google eingestufte Spam-Links wieder loszuwerden, im Schnitt auf rund 14.500 Dollar (almcorp.com). Das ist ein Vielfaches dessen, was eine professionelle Betreuung im gleichen Zeitraum gekostet hätte.

    Sicherheit ist eben kein Zustand, den man einmal herstellt, sondern eine laufende Aufgabe: Updates einspielen, Lücken beobachten, HTTPS sauber konfigurieren, im Angriffsfall schnell reagieren. Genau diese Routine fehlt beim Selbermachen fast immer, nicht aus Faulheit, sondern weil man als Unternehmerin oder Unternehmer schlicht andere Dinge zu tun hat.

    Datenschutz und Cookies: die teuerste Falle beim Selbermachen

    Jetzt kommen wir zu dem Bereich, in dem Selbermachen am schnellsten teuer wird, und zwar völlig unabhängig davon, ob die Seite jemals gehackt wird. Die Rede ist von Datenschutz und Cookie-Bannern.

    Die österreichische Rechtslage hat sich hier zuletzt spürbar verschärft. Ein Cookie-Banner muss bereits auf der ersten Ebene eine optisch gleichwertige Möglichkeit zum Ablehnen bieten, der Verwaltungsgerichtshof hat diese Linie 2025 mit der Entscheidung Ra 2024/04/0424 bestätigt (dr-bahr.com). Ein "Alle akzeptieren"-Button, der grün leuchtet, während sich das Ablehnen in einem Untermenü versteckt, ist damit rechtswidrig (onlinesicherheit.gv.at). Dazu kommt die Nachweispflicht: Man muss dokumentieren können, wer wann in welcher Form eingewilligt hat, sonst gilt die Einwilligung im Zweifel als ungültig (Datenschutzbehörde).

    Was viele nicht am Radar haben: Genau solche Consent-Management-Tools, die das sauber lösen, sind für den ernsthaften Einsatz meist kostenpflichtig, und die richtige Einbindung ist Handarbeit. Ein von der KI generiertes Standardbanner erfüllt diese Anforderungen in der Praxis selten von selbst.

    Die möglichen Folgen sind unangenehm. Die DSGVO sieht theoretisch Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes vor, in der Praxis treffen kleinere Unternehmen eher Abmahnungen, die mit Anwaltskosten verbunden sind (dr-bahr.com). Und dann sind da noch die rechtlichen Pflichttexte: ein korrektes Impressum, eine passende Datenschutzerklärung, klare Angaben zur Haftung. Fehler an dieser Stelle sind kein Kavaliersdelikt, sondern der klassische Grund für Post vom Anwalt.

    Barrierefreiheit: seit 2025 keine Kür mehr, sondern Pflicht

    Ein Punkt, der brandaktuell ist und in der Selbstbau-Rechnung fast nie auftaucht: Barrierefreiheit ist in der EU zunehmend gesetzlich vorgeschrieben. Seit dem 28. Juni 2025 verpflichtet das österreichische Barrierefreiheitsgesetz, die Umsetzung des European Accessibility Act, viele Unternehmen dazu, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten (Sozialministerium).

    Betroffen sind vor allem Angebote wie Onlineshops, Online-Buchungssysteme, E-Ticketing oder E-Banking. Der technische Maßstab ist die Richtlinie WCAG 2.1 auf Stufe AA. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und unter zwei Millionen Euro Umsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen, beim Vertrieb von Produkten greift die Ausnahme aber nicht. Bei Nichterfüllung drohen in Österreich Verwaltungsstrafen von bis zu 80.000 Euro (eisendle-marketing.com).

    Wie ernst die Lage ist, zeigt eine Stichprobe des Österreichischen Behindertenrats: Von 100 geprüften Websites erfüllten gerade einmal zwei die gesetzlichen Anforderungen (Behindertenrat). Barrierefreiheit bedeutet ausreichende Farbkontraste, saubere Textstrukturen, Bedienbarkeit per Tastatur, sinnvolle Alternativtexte für Bilder und vieles mehr. Ein KI-Baukasten kann hier einen ordentlichen Grundstock liefern, die verlässliche und geprüfte Umsetzung ist aber Fachwissen. Und sie zahlt sich doppelt aus, denn eine barrierefreie Seite ist meist auch für Suchmaschinen besser lesbar.

    SEO und Auffindbarkeit: schön nützt nichts, wenn niemand kommt

    Eine Website, die niemand findet, ist wie ein Geschäft ohne Schild in einer Seitengasse. Genau hier liegt eine strukturelle Schwäche vieler geschlossener Baukästen. Sie erlauben nur begrenzten Zugriff auf die technischen SEO-Stellschrauben, etwa auf die Seitenarchitektur oder eigenen Code im Hintergrund, was fortgeschrittene Optimierung erschwert (Elementor).

    Dazu kommt das Problem des generischen Looks. KI-Generatoren greifen auf ähnliche Muster zurück, weshalb viele Ergebnisse einander gleichen und wenig Eigenständigkeit haben (hilvec.com). Für die Auffindbarkeit ist das doppelt heikel, denn Suchmaschinen und Leserinnen und Leser belohnen zunehmend echte, eigenständige Inhalte statt austauschbarer Standardware. Wer sich von der Konkurrenz abheben will, kommt an individueller Arbeit kaum vorbei.

    Der Lock-in: das goldene Käfig-Problem

    Und dann ist da noch der Punkt, der oft erst nach ein, zwei Jahren schmerzt: die Abhängigkeit vom Anbieter. Viele KI-Baukästen wie Wix, Squarespace oder Framer binden dich fest an ihre Plattform, ein Export des fertigen Codes ist nicht oder nur eingeschränkt möglich (hilvec.com).

    Das klingt harmlos, hat es aber in sich. Wer irgendwann umziehen will, weil der Anbieter die Preise erhöht, weil das Tool an seine Grenzen stößt oder weil man einfach mehr Freiheit braucht, muss die Seite in der Regel von Grund auf neu bauen. Dabei gehen gerne die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit bei Google und funktionierende Links verloren. Man mietet also nicht nur ein Werkzeug, man verpfändet ein Stück weit seine digitale Zukunft. Und weil KI-Funktionen bei vielen Anbietern nach Credits abgerechnet werden, deren Verbrauch man vorher kaum abschätzen kann, ist auch die laufende Kostenseite weniger transparent, als sie am Anfang wirkt (hilvec.com).

    Ein kurzer, ehrlicher Hinweis noch zum Thema Datenschutz und KI selbst: Wenn man einem KI-Tool Firmen- oder Kundendaten anvertraut, sollte man wissen, wohin diese Daten fließen und wie sie verarbeitet werden. Auch das ist ein Bereich, in dem etwas Fachwissen vor bösen Überraschungen schützt.

    Rechnen wir ehrlich: teuer ist relativ

    Der Reiz des Selbermachens ist die vermeintliche Ersparnis. Und ja, der reine Startpreis ist niedrig. Aber die ehrliche Rechnung umfasst mehr als den ersten Monat.

    Auf der einen Seite steht deine Zeit, und die ist nicht gratis. Einarbeitung, Recherche zu Recht und Technik, das Nachbessern von Cookie-Banner und Datenschutz, die laufende Wartung und die Sorge, ob eh alles passt. Auf der anderen Seite stehen die Risiken, die schnell zu echten Kosten werden: eine Abmahnung wegen des Cookie-Banners, eine Strafe wegen fehlender Barrierefreiheit, ein gehackter Auftritt mit vier- bis fünfstelligem Aufräumaufwand, oder schlicht eine Seite, die niemand findet und die deshalb nichts einbringt.

    Selbermachen ist also nicht per se falsch oder billig. Es verschiebt die Kosten nur, weg vom sichtbaren Rechnungsbetrag, hin zu Zeit, Nervenaufwand und Risiko. Für ein reines Hobbyprojekt mag das aufgehen. Für eine Seite, die Kundinnen und Kunden bringen und dein Geschäft repräsentieren soll, geht die Rechnung erstaunlich oft zugunsten der professionellen Lösung aus, gerechnet auf die Gesamtkosten über ein paar Jahre.

    Wie wir das bei Herr Paul sehen

    Wir sind, wie gesagt, große Fans von KI. Deshalb spielen wir sie hier auch nicht gegen die Profiarbeit aus, sondern bringen beides zusammen. Der schnelle, günstige Entwurf aus dem Baukasten und das verlässliche Fundament aus Erfahrung schließen sich nämlich nicht aus.

    Wenn du magst, nehmen wir dir genau die Fallstricke ab, die wir hier beschrieben haben: sicheres Hosting mit Backups, ein rechtssicheres Cookie- und Datenschutz-Setup, Barrierefreiheit nach den aktuellen Vorgaben, saubere Auffindbarkeit und eine laufende Wartung, damit die Seite auch in zwei Jahren noch schnell, sicher und aktuell ist. Und wenn du bereits einen KI-Entwurf hast, in den du verliebt bist, dann bauen wir gern darauf auf und geben ihm den professionellen Feinschliff, statt bei null zu beginnen. KI-Entwurf plus Handwerk, das ist für viele der beste und ehrlichste Weg.

    Wenn du gerade überlegst, ob du deine nächste Website selbst mit KI baust oder Unterstützung holst, dann melde dich einfach. Wir sagen dir ehrlich, was für deinen Fall sinnvoll ist, auch wenn das manchmal heißt: Für dieses eine Projekt reicht der Baukasten völlig. Ehrliche Beratung gehört bei uns dazu.

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